Rollenwechsel im Etikettendrucker: So wechselst Du Inkjet-Etikettenmaterial ohne Ausschuss

Rollenwechsel im Etikettendrucker: So wechselst Du Inkjet-Etikettenmaterial ohne Ausschuss

Die Charge ist abgearbeitet, morgen früh brauchst Du 80 Etiketten für eine neue Verpackung, und auf der Rolle im Drucker sitzt noch das alte Material. Der Wechsel selbst dauert keine zwei Minuten. Was danach kommt, entscheidet darüber, ob die erste Rolle durchläuft oder ob Du die ersten Bogen wegwirfst, weil der Druck versetzt sitzt oder die Tinte nicht trocknet. Ein paar Handgriffe vor und nach dem Einlegen sparen Dir genau diese Rollen.

Erst das Material prüfen, dann einlegen

Inkjet-Etiketten haben eine Beschichtung, die die Tinte aufnimmt und schnell trocknen lässt. Diese Schicht mag keine Feuchtigkeit und keine langen Lagerzeiten im feuchten Kellerregal. Bevor Du eine angebrochene Rolle einlegst, prüfe, ob das Material noch druckreif ist: Die Oberfläche sollte sich glatt anfühlen, nicht wellig sein und keine feuchten Stellen zeigen. Wie Du das Material richtig lagerst, steht in unserem Beitrag Inkjet-Etiketten richtig lagern.

Prüfe außerdem, ob die neue Rolle zum Drucker passt. Der Kern, also die Papphülse in der Mitte, hat unterschiedliche Durchmesser. Bei uns findest Du zum Beispiel Inkjet-Etiketten Papier glänzend mit 40 mm Kern und 100 mm Außendurchmesser, daneben Varianten mit 76 mm Kern und 152 mm Außendurchmesser. Passt der Kern nicht zur Aufnahme, läuft die Rolle unrund und der Druck wird schief. Die Etikettenmaße selbst bleiben gleich: 102 x 51 mm ist 102 x 51 mm, egal ob 610 oder 1250 Etiketten auf der Rolle sind.

Der Wechsel in vier Schritten

Arbeite mit ausgeschaltetem Gerät und kaltem Druckkopf. Gerade nach einem langen Drucktag ist der Kopf heiß, und ein versehentliches Berühren hinterlässt Fingerabdrücke, die später als Streifen im Druckbild auftauchen.

  • Alte Rolle entnehmen, Reststücke abziehen und den Spindelbereich von Klebstoffresten befreien.
  • Neue Rolle aufschieben, Etikettenbahn durch die Führung legen und den Sensor für die Lücke zwischen zwei Etiketten prüfen.
  • Gerät einschalten und die Etiketten kalibrieren, damit der Drucker die Länge der neuen Etiketten erkennt.
  • Einen Testdruck machen und Sitz, Farbauftrag und Trocknung kontrollieren, bevor die Serie startet.

Der Punkt, an dem die meisten Ausschuss entsteht, ist die Kalibrierung. Der Drucker muss wissen, wo ein Etikett aufhört und das nächste anfängt. Bleibt die Einstellung der alten Rolle gespeichert, druckt er entweder über den Rand oder setzt das Motiv mitten in die Lücke. Nimm Dir für die Kalibrierung die Zeit, auch wenn die Produktion drängt.

Klebstoffreste und Tintenstaub

Beim Abziehen der alten Rolle bleiben Klebstoffreste an der Führung und am Sensor hängen. Das fällt zunächst nicht auf, weil der Drucker weiterläuft. Erst wenn der Sensor die Lücke nicht mehr sauber erkennt oder die Bahn an der Führung klebt, kommt es zu Versatz und Störungen. Ein fusselfreies Tuch und etwas Reinigungsflüssigkeit für den Druckkopf reichen für die Führung. Den Druckkopf selbst reinigst Du nach der Anleitung des Geräts, meist über das Menü.

Wechselst Du häufig zwischen Papier und Polyester, lohnt sich ein Blick auf die Materialeigenschaften. Papier glänzend gibt Farben am lebendigsten wieder und ist das meistgenutzte Material für Produktetiketten. Papier matt wirkt dezenter, weil die Oberfläche weniger Licht reflektiert. Polyester weiß matt ist wasserfest und hält Feuchtigkeit und Abrieb besser aus. Wenn Du zwischen diesen Materialien springst, stelle die Druckeinstellungen im Gerät jeweils passend um. Ein Profil für glänzendes Papier druckt auf Polyester matt zu nass und verwischt. Welches Material zu Deinem Produkt passt, erklärt der Vergleich Papier oder Polyester.

Die erste Rolle nach dem Wechsel

Fahre die erste Rolle nicht mit voller Geschwindigkeit. Druck den ersten Bogen, sieh Dir das Ergebnis an und prüfe, ob die Tinte trocken ist, bevor das Etikett aufgerollt wird. Bei hoher Auflage lohnt es sich, die ersten Etiketten von Hand abzunehmen und auf den Klebstoff zu achten. Klebt das Etikett nicht sauber auf dem Produkt, liegt es oft am Material und nicht am Drucker. Welche Klebstoffe es gibt und wann ein ablösbarer Kleber sinnvoll ist, steht im Beitrag Der richtige Klebstoff für Deine Etiketten.

Wenn Du unsicher bist, ob Dein Material zum Gerät passt, drucken wir Dir ein Muster auf Deinem eigenen Material. So siehst Du vor der Bestellung, wie die Tinte auf der Oberfläche trocknet und wie das Etikett nach dem Abziehen aussieht. Für einen längeren Test kannst Du ein Gerät bei uns mieten; die Miete rechnen wir beim Kauf an. 

Dann ist da noch die PPWR - unsere PPWR Dokumente findest Du hier: https://karley.eu/downloads/ppwr/ und dann hat es einen Vorteil für das Recycling wenn Etikett und Verpackung zusammen passen. Hier können wir mit Dir immer die passenden Projekte planen

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